Mikrochemie: Unterschied zwischen den Versionen

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Autorin:[[Benutzer:CBlaeuer|Christine Bläuer]]
  
== Autoren ==
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== Zusammenfassung ==
[[Benutzer:CBlaeuer|Christine Bläuer]]
 
  
== Zusammenfassung  ==
 
  
 
Die mikrochemische Salzanalyse besteht im qualitativen Nachweis einzelner Salzionen, in mehr oder weniger konzentrierter wässriger Lösung.  
 
Die mikrochemische Salzanalyse besteht im qualitativen Nachweis einzelner Salzionen, in mehr oder weniger konzentrierter wässriger Lösung.  
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== Untersuchungsablauf  ==
 
== Untersuchungsablauf  ==
  
Jede Untersuchung beginnt mit der Probenahme. Am einfachsten sind reine Salzausblühungsproben [[Image:20080607 IMGxb2 2850.JPG|thumb]] oder reine Krustenproben [[Image:Probe 0010 6625.JPG|thumb]] zu analysieren. Deshalb sollte schon bei der Probenahme darauf geachtet werden, dass die Proben möglichst keine Verunreinigungen enthalten.  
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Jede Untersuchung beginnt mit der Probenahme. Am einfachsten sind reine Salzausblühungsproben [[Image:20080607 IMGxb2 2850.JPG|thumb|Salzflaum auf Fuge in Backsteinmauerwerk]] oder reine Krustenproben [[Image:Probe 0010 6625.JPG|thumb|Epsomitkruste auf Gipsstuck]] zu analysieren. Deshalb sollte schon bei der Probenahme darauf geachtet werden, dass die Proben möglichst keine Verunreinigungen enthalten.  
  
Die Salzproben müssen in luftdichten Gefässen transportiert und aufbewahrt werden.  
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Die Salzproben müssen in luftdichten Gefäßen transportiert und aufbewahrt werden.  
  
Geeignet sind: gut verschliessbare, kleine Plastikbeutel; Glasröhrchen mit Stopfen; u.s.w.  
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Geeignet sind: gut verschließbare, kleine Plastikbeutel; Glasröhrchen mit Stopfen; u.s.w.  
  
 
Nicht geeignet sind: Gelatinekapseln.  
 
Nicht geeignet sind: Gelatinekapseln.  
  
Die Proben sollen so rasch wie möglich untersucht werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollten sie im Kühlschrank aufbewahrt werden.
+
Die Proben sollen so rasch wie möglich untersucht werden. Wenn die Analyse nicht sofort erfolgen kann, sollten die Proben im Kühlschrank aufbewahrt werden
  
 
== Arten von Salzproben  ==
 
== Arten von Salzproben  ==
  
Grundsätzlich gibt es drei Arten von Testmaterialien, die mit den hier vorgestellten Methoden mikrochemisch untersucht werden können:  
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Grundsätzlich gibt es drei Arten von Salzproben, die mit den hier vorgestellten Methoden mikrochemisch untersucht werden können:  
  
 
*reine Salzphasen (Salzmineralien)  
 
*reine Salzphasen (Salzmineralien)  
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Die Testmethoden sind, mit geringen Abweichungen, für alle drei Fälle die gleichen, die Aussagekraft der Resultate variiert jedoch. Bei den vorgeschlagenen Methoden werden Ionen in wässeriger Lösung nachgewiesen. Voraussetzung für den Nachweis ist also, dass die Ionen überhaupt in Lösung gebracht werden können. Bereits bei diesem Vorgang können chemische Reaktionen ablaufen, die die Resultate der Untersuchung verfälschen.  
 
Die Testmethoden sind, mit geringen Abweichungen, für alle drei Fälle die gleichen, die Aussagekraft der Resultate variiert jedoch. Bei den vorgeschlagenen Methoden werden Ionen in wässeriger Lösung nachgewiesen. Voraussetzung für den Nachweis ist also, dass die Ionen überhaupt in Lösung gebracht werden können. Bereits bei diesem Vorgang können chemische Reaktionen ablaufen, die die Resultate der Untersuchung verfälschen.  
  
<br>  
+
<br>
  
 
== Benötigte Ausrüstung und Chemikalien  ==
 
== Benötigte Ausrüstung und Chemikalien  ==
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*kleine Heizplatte oder ein Spiritusbrenner zum Eindampfen der Probetropfen  
 
*kleine Heizplatte oder ein Spiritusbrenner zum Eindampfen der Probetropfen  
 
*Kosmetik-Tücher  
 
*Kosmetik-Tücher  
*[[Mikrochemie#pH-Wert|pH-Papier]] (pH-Bereich 1-14)
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*[[Mikrochemischer Nachweis pH-Wert|pH-Papier]] (pH-Bereich 1-14)
 
 
Die benötigten '''Reagenzien und Vergleichschemikalien''' werden in den folgenden Tabellen zusammengestellt.
 
  
<br>
+
Die benötigten '''Reagenzien und Vergleichschemikalien''' werden in den folgenden Tabellen zusammengestellt.
 +
Alle verwendeten Chemikalien müssen chemisch rein sein, am besten p.A. Reinheit.
  
{| cellspacing="1" cellpadding="1" border="1" style="width: 552px; height: 470px;"
+
<br clear="all">
|+ '''Reagenzlösungen'''
+
{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" width="70%" height: 470px; align="left" class="wikitable sortable"
 +
|+''Tabelle 1: Reagenzlösungen''                  
 
|-
 
|-
| '''Lösung<br>'''  
+
|bgcolor = "#F0F0F0"|'''Lösung'''
| '''Chem. Formel / Konzentration'''<br>
+
|bgcolor = "#F0F0F0"|'''Chem. Formel / Konzentration'''
| '''Verwendung / Nachweis'''<br>
+
|bgcolor = "#F0F0F0"|'''Verwendung / Nachweis'''
 
|-
 
|-
| Demineralisiertes Wasser<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Demineralisiertes Wasser
| H<sub>2</sub>O<sub>demin.</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|H<sub>2</sub>O<sub>demin.</sub>
| Lösen der Salze<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Lösen der Salze
 
|-
 
|-
| verdünnte Salzsäure <br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|verdünnte Salzsäure
| 2M HCl <br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|2M HCl
| Ansäuern / Cl<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Ansäuern/Gipsbestimmung
 
|-
 
|-
| verdünnte Salpetersäure<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|verdünnte Salpetersäure
| 2M HNO<sub>3</sub> <br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|2M HNO<sub>3</sub>
| Na, K<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Na, ; Ansäuern, Gispbestimmung
 
|-
 
|-
| konzentrierte Schwefelsäure<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|konzentrierte Schwefelsäure
| konz. H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub> <br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|konz. H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>
| Na, K<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Na, K
 
|-
 
|-
| verdünnte Schwefelsäure<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|verdünnte Schwefelsäure
| 1M H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub> <br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|1M H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>
| Ca<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Ca
 
|-
 
|-
| konzentrierte Ammoniak-Lösung<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|konzentrierte Ammoniak-Lösung
| NH<sub>3</sub> <sub>aq.</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|NH<sub>3</sub> <sub>aq.</sub>
| Mg<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Mg
 
|-
 
|-
| Verdünnte Ammoniak-Lösung<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Verdünnte Ammoniak-Lösung
| 2M NH<sub>4</sub>OH <br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|2M NH<sub>4</sub>OH
| Mg<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Mg
 
|-
 
|-
| Natronlauge  
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Natronlauge
| 2M NaOH  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|2M NaOH  
| Mg
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Mg
 
|-
 
|-
| Silbernitrat-Lösung<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Silbernitrat-Lösung
| 1% wässrige Lösung von AgNO<sub>3</sub> <br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|1% wässrige Lösung von AgNO<sub>3</sub>
| Cl<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Cl
 
|-
 
|-
| Calciumchlorid-Lösung<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Calciumchlorid-Lösung
| 1% wässrige Lösung von CaCl<sub>2</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|1% wässrige Lösung von CaCl<sub>2</sub>
| SO<sub>4</sub><br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|SO<sub>4</sub>
 
|-
 
|-
| Diammoniumhydrogenphosphat-Lösung<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Diammoniumhydrogenphosphat-Lösung
| 10% wässrige Lösung von (NH<sub>4</sub>)<sub>2</sub>HPO<sub>4</sub> <br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|10% wässrige Lösung von (NH<sub>4</sub>)<sub>2</sub>HPO<sub>4</sub>
| Mg<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Mg
 
|-
 
|-
| Dinatriumhydrogenphosphat-Lösung<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Dinatriumhydrogenphosphat-Lösung
| 10% wässrige Lösung von Na<sub>2</sub>HPO<sub>4</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|10% wässrige Lösung von Na<sub>2</sub>HPO<sub>4</sub>
| Mg<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Mg
 
|-
 
|-
| Titangelb-Lösung <br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Titangelb-Lösung
| 10 mg Thiazolgelb<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Thiazolgelb</ref> gelöst in 10 ml dest. Wasser <br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|10 mg Thiazolgelb<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Thiazolgelb</ref> gelöst in 10 ml dest. Wasser  
| Mg<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|Mg
 
|-
 
|-
| Bariumchlorid-Lösung  
+
|bgcolor = "#F7F7F7"|Bariumchlorid-Lösung  
| BaCl<sub>2</sub>, 0.5M wässrige Lösung  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|BaCl<sub>2</sub>, 0.5M wässrige Lösung
| <br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|
 
|}
 
|}
 
+
<br>    
<br>  
+
{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" width="50%" height: 123px; align="left" class="wikitable sortable"
 
+
|+''Tabelle 2: Reagenzien-Feststoffe''
{| cellspacing="1" cellpadding="1" border="1" style="width: 465px; height: 123px;"
 
|+ '''Reagenzien-Feststoffe'''
 
 
|-
 
|-
| '''Stoff'''<br>
+
|bgcolor = "#F0F0F0"| '''Stoff'''  
| '''Chem. Formel'''<br>
+
|bgcolor = "#F0F0F0"| '''Chem. Formel'''  
| '''Verwendung/Nachweis'''<br>
+
|bgcolor = "#F0F0F0"| '''Verwendung/Nachweis'''
 
|-
 
|-
| Wismutnitrat<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Wismutnitrat  
| Bi(NO<sub>3</sub>)<sub>3</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Bi(NO<sub>3</sub>)<sub>3</sub>
| Na, K<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Na, K
 
|-
 
|-
| Cäsiumchlorid<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Caesiumchlorid</ref><br>  
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Cäsiumchlorid<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Caesiumchlorid</ref>
| CsCl krist.<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| CsCl krist.
| Mg<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Mg
 
|-
 
|-
| Diphenylamin<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Diphenylamin</ref><br>  
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Diphenylamin<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Diphenylamin</ref>  
| (C<sub>6</sub>H<sub>5</sub>)<sub>2</sub>NH krist.<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"|(C<sub>6</sub>H<sub>5</sub>)<sub>2</sub>NH krist.  
| NO<sub>3</sub><br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| NO<sub>3</sub><br>
 
|}
 
|}
 
+
<br>
<br>  
+
{|border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" width="50%" height: 311px; align="left" class="wikitable sortable"
 
+
|+''Tabelle 3: Nützliche Vergleichschemikalien''  
{| cellspacing="1" cellpadding="1" border="1" style="width: 466px; height: 311px;"
 
|+ '''Nützliche Vergleichschemikalien'''  
 
 
|-
 
|-
| '''Vergleichssalz<br>'''  
+
|bgcolor = "#F0F0F0"| '''Vergleichssalz'''  
| '''Chem. Fromel'''<br>
+
|bgcolor = "#F0F0F0"| '''Chem. Formel'''  
| '''Verwendung/ Nachweis'''<br>
+
|bgcolor = "#F0F0F0"| '''Verwendung/ Nachweis'''
 
|-
 
|-
| Natriumnitrat<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Natriumnitrat p.A.
| NaNO<sub>3</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| NaNO<sub>3</sub>  
| Na, NO<sub>3</sub><br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Na, NO<sub>3</sub>
 
|-
 
|-
| Kaliumnitrat<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Kaliumnitrat  
| KNO<sub>3</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| KNO<sub>3</sub>
| K, NO<sub>3</sub><br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| K, NO<sub>3</sub>
 
|-
 
|-
| Gips<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Gips  
| CaSO<sub>4</sub> • 2H<sub>2</sub>O <br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| CaSO<sub>4</sub> • 2H<sub>2</sub>O
| Ca, SO<sub>4</sub><br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Ca, SO<sub>4</sub>
 
|-
 
|-
| Kochsalz, Halit<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Kochsalz, Halit
| NaCl<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| NaCl  
| Na, Cl<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Na, Cl
 
|-
 
|-
| Magnesiumnitrat<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Magnesiumnitrat  
| Mg(NO<sub>3</sub>)<sub>2 </sub>• 6 H<sub>2</sub>O<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Mg(NO<sub>3</sub>)<sub>2 </sub>• 6 H<sub>2</sub>O  
| Mg, NO<sub>3</sub><br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Mg, NO<sub>3</sub>
 
|-
 
|-
| Magnesiumsulfat<br>  
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Magnesiumsulfat<br>  
| MgSO<sub>4</sub> • 7H<sub>2</sub>O<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| MgSO<sub>4</sub> • 7H<sub>2</sub>O  
| Mg, SO<sub>4</sub><br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Mg, SO<sub>4</sub>
 
|-
 
|-
| Natriumhydrogencarbonat<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Natriumhydrogencarbonat  
| NaHCO<sub>3</sub><br>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| NaHCO<sub>3</sub>  
| Na, HCO<sub>3</sub>, leicht alkalisch<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Na, HCO<sub>3</sub>, leicht alkalisch
 
|-
 
|-
| Natriumcarbonat <br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Natriumcarbonat  
| Na<sub>2</sub>CO<sub>3</sub> <br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Na<sub>2</sub>CO<sub>3</sub>
| Na, CO<sub>3</sub>, stark alkalisch<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| Na, CO<sub>3</sub>, stark alkalisch
 
|-
 
|-
| Ammoniumnitrat<br>
+
|bgcolor = "#F7F7F7"| Ammoniumnitrat  
| NH<sub>4</sub>NO<sub>3</sub>  
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| NH<sub>4</sub>NO<sub>3</sub>  
| NH<sub>4</sub>, NO<sub>3</sub>, leicht sauer<br>
+
|bgcolor = "#FFFFEO"| NH<sub>4</sub>, NO<sub>3</sub>, ganz leicht sauer
 
|}
 
|}
 
+
<br clear="all">
<br>  
 
  
 
== Mikrochemische Nachweise  ==
 
== Mikrochemische Nachweise  ==
Zeile 194: Zeile 187:
 
=== Generelles  ===
 
=== Generelles  ===
  
Beim Arbeiten mit Chemikalien sind die Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, insbesondere sollte auf das Rauchen, Essen und Trinken während der Arbeit verzichtet werden und es empfiehlt sich Schutzkleidung und -brille zu tragen. Bei vielen mikrochemischen Versuchen werden Dämpfe frei, deshalb sollte unter einem geeigneten Abzug gearbeitet werden.  
+
Beim Arbeiten mit Chemikalien sind die Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, insbesondere sollte auf das Rauchen, Essen und Trinken während der Arbeit verzichtet werden und es empfiehlt sich Schutzkleidung und -brille zu tragen. Bei vielen mikrochemischen Versuchen werden Dämpfe frei, deshalb sollte unter einem geeigneten Abzug gearbeitet werden. Zu Beginn der Pausen sind die Hände zu waschen und während der Pausen ist die Schutzkleidung auszuziehen.
  
Jeder der hier aufgeführten Tests wird an einem separaten Teiltropfen der Lösung oder an einem Salzkorn ausgeführt.  
+
*Jeder der hier aufgeführten Tests wird an einem separaten Teiltropfen der Lösung oder an einem Salzkorn ausgeführt.  
  
Die verwendeten Pipetten, Glasstäbe, Objektträger, Skalpell u.s.w. müssen nach jedem Versuch und vor jedem Eintauchen in eine Reagenzlösung gründlich gespült respektive gereinigt werden. Im Zweifelsfall sind die Gegenstände zu ersetzten.  
+
*Die verwendeten Pipetten, Glasstäbe, Objektträger, Skalpell u.s.w. müssen nach jedem Versuch und vor jedem Eintauchen in eine Reagenzlösung gründlich gespült respektive gereinigt werden. Im Zweifelsfall sind die Gegenstände zu ersetzten.  
  
Wichtige generelle Hinweise zur mikrochemischen Analyse finden sich in <bib id="Chamot.etal:1946" />  
+
Wichtige generelle Hinweise zur mikrochemischen Analyse finden sich in <bib id="Chamot.etal:1946" />
  
 
=== Testmethoden  ===
 
=== Testmethoden  ===
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==== Probenvorbereitung und generelle Hinweise  ====
 
==== Probenvorbereitung und generelle Hinweise  ====
  
Wo nichts anderes gesagt wird, werden einige Salzkörner zuerst mit wenigen Tropfen deionisiertem Wasser auf einem Objektträger mit Vertiefung in Lösung gebracht. [[Media:LoesenDer_Probe.mov|Film Loesen der Probe (6.61MB)]]
+
[[Datei:LoesenDer Probe.ogg|thumb|right|300px|Film: Lösen einer Probe auf einem Objektträger und Spühlen des verwendeten Glasstabs]]  
 
 
Wenn unlösliche Rückstände zu sehen sind, werden diese abfiltriert, indem die Lösung durch eine Pasteurpipette, die vorne mit einem kleinen Wattebausch verstopft wurde, hochgezogen wird. Als Probelösung wird in der Regel nur das Filtrat verwendet. Ein Teil der Probe sollte für Versuche an der Festsubstanz (Nachweis auf Ammonium, Karbonat und Hydrogenkarbonat) zurückbehalten werden. Die Probe sollte beim Lösen unter dem Mikroskop beobachtet werden. Dies kann wichtige Hinweise darauf geben, ob es sich um ein einziges oder mehrere, gut oder schwerlösliche Salze handelt und welcher Art unlösliche Verunreinigungen sind.
 
 
 
==== pH-Wert  ====
 
 
 
Das pH-Papier 1-14 wird in die wässrige Probenlösung gehalten und der pH-Wert wird anhand des Farbumschlags bestimmt.
 
 
 
'''oder'''
 
 
 
Das Probenpulver wir auf das zuvor mit demineralisiertem Wasser befeuchtete pH-Papier gestreut. Der Farbumschlag des pH-Papiers rings um die einzelnen Körner wird beobachtet. Dieses Vorgehen kann hilfreich sein, um Salzmischungen aus Erdalkalisulfaten und Alkalikarbonaten zu erkennen.<ref>http://193.175.110.91/de/salzwiki/index.php/Mikrochemie#Interpretation_der_Ergebnisse</ref>
 
 
 
==== Natrium- und Kalium (Na<sup>+</sup>, K<sup>+</sup>)  ====
 
 
 
Leicht angepasst nach <bib id="Chamot.etal:1946" />
 
 
 
'''Herstellen der Reagenzlösung '''(muss immer frisch hergestellt werden, kann aber für mehrere Tests am gleichen Tag verwendet werden):
 
 
 
1 kleinen Tropfen konz. H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub> auf einen Objektträger mit Vertiefung geben.
 
 
 
1 kleinen Krümel (max. 1 mm<sup>3</sup>) Wismut-Nitrat beigeben.
 
 
 
1 bis 2 Minuten kräftig mit dem Glasstab rühren (die Lösungsgeschwindigkeit von Wismut-Nitrat ist gering).
 
 
 
Wenn die Lösung gesättigt ist, wird der saure Tropfen weiss, fest und "schwillt beträchtlich an".
 
 
 
1 Tropfen Wasser beigeben und kräftig rühren. Das weisse Salz sollte sich jetzt fast ganz lösen (farblose oder zumindest opalescierende Lösung).
 
 
 
1 Tropfen 2M HNO<sub>3</sub> beifügen.
 
 
 
Damit ist die Reagenzlösung fertig.
 
 
 
'''Test auf Na<sup>+</sup> und K<sup>+</sup>:'''
 
 
 
Die Reagenzlösung wird jetzt auf den zur Trockne eingedampften Tropfen der zu prüfenden Probelösung gegeben; oder ein Krümel des zu prüfenden Salzes wird zu einem Tropfen Reagenzlösung gegeben. Beobachten der Reaktionsprodukte unter dem Mikroskop.<br>
 
 
 
Na<sup>+</sup> bildet meist sehr bald typische Nadeln von Natrium-Wismut-Sulfat {3Na<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>.2Bi<sub>2</sub>(SO<sub>4</sub>)<sub>3</sub>.2H<sub>2</sub>O};
 
 
 
K<sup>+</sup> bildet (oft erst nach vorsichtigem Erwärmen auf lauwarmer Heizplatte) sechseckige Plättchen von Kalium-Wismut-Sulfat {K<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>.Bi<sub>2</sub>(SO<sub>4</sub>)<sub>3</sub>.2H<sub>2</sub>O}, die z.T. irisierend sind (d.h. in Regenbogenfarben schillern).
 
 
 
'''Störungen:'''<br> Ca, Ba, Sr, Pb, Ag, Tl und Hg können die Reaktion stören oder vollständig verhindern . Diese Ionen müssen zuerst durch Ausfällen mit H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub> entfernt werden&nbsp;: Die Probe wird zu diesem Zweck bei schwacher Hitze bis zur Trockne verdunstet und der Rückstand mit wenig Wasser extrahiert. Das wässrige Extrakt lässt man wiederum bis zur Trockne eindunsten und versetzt es dann mit H<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>, wobei ein Überschuss an Säure vermieden werden muss.
 
 
 
==== Ammonium (NH<sub>4</sub><sup>+</sup>)  ====
 
 
 
'''Prinzip '''
 
 
 
Beim Lösen des Salzpulvers in NaOH entwickeln sich Ammoniak-Dämpfe mit typischem Geruch, die feuchtes, gelbes Universalindikatorpapier grünlich bis bläulich färben (alkalisch).
 
 
 
'''Vorgehen '''
 
 
 
Zum wässrigen Probenlösungstropfen wird ein Tropfen Natronlauge hinzugegeben und sofort ein mit deionisiertem Wasser befeuchtetes Universalindikatorpapier dicht über den Tropfen gehalten.
 
 
 
oder
 
 
 
Ein Salzkörnchen wird direkt in Natronlauge gelöst und noch während des Lösens wird das befeuchtete pH-Papier darübergehalten.
 
 
 
'''Hinweis aus dem pH-Wert der Salzlösung'''
 
 
 
Die wässrige Lösung von [[Nitrammit]] hat einen pH-Wert von leicht sauer (pH ca. 5). Ein saurer pH-Wert der wässrigen Lösung ist damit zwar kein gültiger Nachweis für Nitrammit, ein erster Hinweis darauf jedoch schon.
 
 
 
==== Calcium (Ca<sup>2+</sup>)  ====
 
 
 
'''Vorgehen '''
 
 
 
Ein wässriger Probenlösungstropfen wird auf einem Objektträger gegeben und mit einem Tropfen 1M Schwefelsäure versetzet. Der Tropfen wird auf der Heizplatte erwärmt, bis er randlich etwas antrocknet. Die am Tropfenrand entstehenden Kristalle unter dem Mikroskop beobachten.
 
 
 
'''Positiver Nachweis'''
 
 
 
Wenn Ca<sup>2+</sup> vorhanden ist, entstehen am Tropfenrand typische, garbenartige Bündel von langnadeligen Gipskristallen. EG für Ca<sup>2+</sup> = 0.05 µg.<br>
 
 
 
'''Proben mit Calcium und Sulfat'''
 
 
 
Wenn die Probe außer Ca<sup>2+</sup> auch SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> enthält, können auch nach Zugabe eines Tropfen 2M Salzsäure (oder 2M Salpetersäure) unter dem Mikroskop typische Gipskristalle beim Eintrocknen der&nbsp; Lösung am Tropfenrand beobachtet werden. Diese haben aber, je nach verwendeter Säure, eine etwas andere Form und sind nicht langnadelig.&nbsp;
 
 
 
Aus dem Vergleich der Gipsmengen in den Tropfen mit oder ohne Schwefelsäurezugabe, lässt sich abschätzen ob mehr, weniger oder etwa gleichviel Calcium wie Sulfat vorhanden ist. Diese Abschätzung sollte anhand von bekannten Salzmischungen geübt werden.
 
 
 
'''Weitere Beobachtungen'''
 
 
 
Wenn im mit HCl versetzten Lösungstropfen auch Na<sup>+</sup> oder K<sup>+</sup> vorhanden sind, bilden sich beim Eintrocknen am Tropfenrand Würfel von [[Halit|NaCl]] oder rechtwinklig, kreuzförmige Gebilde von KCl.<br>
 
 
 
==== Magnesium (Mg<sup>2+</sup>)  ====
 
 
 
'''Mg-Test mit Ammoniumhydrogenphosphat und Ammoniak'''
 
 
 
Der Probetropfen wird mit sehr wenig 2M Salzsäure angesäuert und mit Ammoniumhydrogenphosphat-Lösung versetzt. Der so vorbereitete Tropfen wird entweder mit 2M Ammoniaklösung versetzt, oder er wird über die Dämpfe von konz. Ammoniak gehalten (Objektträger schnell umdrehen!).
 
 
 
Wenn Mg-Ionen in der Lösung vorhanden sind, bilden sich in der Tropfenmitte typische Magnesiumammoniumphosphat-Kristalle (MgNH<sub>4</sub>PO<sub>4</sub>.6H<sub>2</sub>O). (Erfassungsgrenze für Mg<sup>2+</sup> = 0.05 µg)
 
 
 
'''''Störungen:'''''
 
 
 
Wenn Ca-Ionen in der Lösung sind, bilden diese eine weiße, schleierähnliche Ausfällung von Calcium-Phosphat, die das Beobachten des Magnesiumammoniumphosphats be- oder gar verhindern kann.
 
 
 
<br> '''Mg-Test mit Cäsiumchlorid und Natriumhydrogenphosphat '''
 
 
 
Der Probetropfen wird mit sehr wenig 2M Salzsäure angesäuert, mit Natriumhydrogenphosphat-Lösung versetzt und ein Körnchen Cäsiumchlorid dazugegeben.
 
 
 
Falls Mg<sup>2+</sup> vorhanden ist, bilden sich rasch sehr kleine, oktaedrische Caesiummagnesiumphosphat-Kristalle (CsMgPO<sub>4</sub>.6H<sub>2</sub>O). (Erfassungsgrenze für Mg<sup>2+</sup> = 1 µg)
 
 
 
'''''Störungen:'''''
 
 
 
Ionen der Elemente Sr, Ba, Zn, Cd, Sn, Pb, Ag und Cu stören oder maskieren die Reaktion.
 
 
 
Ca-Ionen können zu weißen, schleierähnlichen Ausfällungen von Calcium-Phosphat führen und die Beobachtung be- oder verhindern.
 
 
 
<br> '''Mg-Test mit Titangelb''' nach <ref>https://www.uni-rostock.de/fakult/medfak/biochem/materialien/praktikum/med/zahnhartgewebe_speichel.pdf</ref>
 
 
 
Auf der Tüpfelplatte wird 1 Tropfen der, mit verdünnter Salzsäure angesäuerten, Probenlösung mit einem Tropfen Titangelb-Lösung versetzt. Nach Zugabe von 1-2 Tropfen Natronlauge wird das Ganze mit einem Glasstab verrührt.
 
 
 
Bei Anwesenheit von Mg<sup>2+</sup> bildet sich ein roter, flockiger Niederschlag. (Erfassungsgrenze Mg<sup>2+</sup> ca. 1,5 μg).
 
 
 
'''''Störungen:'''''
 
 
 
Calcium gibt nur eine leicht orangerote Färbung der Lösung, die kaum mit dem roten flockigen Niederschlag verwechselt werden kann (Kontrolle mithilfe bekannter Substanzen machen).
 
 
 
Nickel-, Zink-, Mangan- und Cobalt-Ionen stören diesen Nachweis <ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Magnesium#Nachweis</ref>
 
 
 
==== <sup></sup>Chlorid (Cl<sup>-</sup>)  ====
 
 
 
Der zu untersuchende Tropfen wird mit einem Tropfen verdünnter Salpetersäure angesäuert und anschließend mit einem Tropfen Silbernitrat-Lösung versetzt.
 
 
 
Wenn Chlorid vorhanden ist, zeigt sich augenblicklich eine weiße, feinpulverige Ausfällung von AgCl, die an Licht mit der Zeit braun wird [[Bild]]. (Erfassungsgrenze für Cl<sup>-</sup> = 0.05µg)
 
 
 
'''Weitere Beobachtungen'''<br>
 
 
 
Im mit den Reagenzien versetzten Lösungstropfen können, wenn Sulfat vorhanden ist, typische Silbersulfatkristalle beobachtet werden.
 
 
 
Wenn neben Chlorid auch Natrium oder Kalium in der Lösung vorhanden sind, bilden sich am Tropfenrand der reinen Lösung optisch isotrope Würfel von NaCl oder rechtwinklig, kreuzförmiges KCl.<br>
 
 
 
'''Störungen ''' <br>
 
 
 
Iodide und Bromide verursachen auch Ausfällungen mit Ag-Nitrat-Lösung, diese Ionen sind aber in aller Regel in bauschädlichen Salzen nicht zu erwarten.&nbsp;
 
 
 
==== Nitrat (NO<sub>3</sub><sup>-</sup>)  ====
 
 
 
Auf den eingetrockneten Lösungstropfen werden ein bis 2 Kristalle Diphenylamin gelegt und dann ein Tropfen konz. Schwefelsäure dazugegeben.
 
 
 
Nitrate bilden sofort eine deutliche blau-violette Verfärbung.
 
 
 
'''Störungen''' Die Reaktion ist sehr empfindlich, aber nicht sehr spezifisch, so zeigen zum Beispiel Nitrite und andere Oxidationsmittel wie Chlorate und auch organische Verunreinigungen die gleiche Farbreaktion. Für unsere Zwecke ist die Methode aber meist genügend, besonders dann, wenn es nur darum geht, einen mikroskopischen Befund abzustützen.
 
 
 
'''Hinweis zur Abfallentsorgung'''
 
 
 
Diphenylamin ist giftig. Deshalb sollten die damit untersuchten Probetropfen in einem separaten Abfallgefäss gesammelt und entsprechend entsorgt werden (nicht in die Kanalisation!). Da je Versuch nur einige ml dieser giftigen Abfälle anfallen, ist es meist einfach ein größeres Labor zu finden, das die Abfälle zur sachgemässen Entsorgung entgegennimmt.
 
 
 
==== Sulfat (SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>)  ====
 
 
 
'''SO<sub>4</sub>-Test mit Calciumchloridlösung'''
 
 
 
Zur Probenlösung wird ein Tropfen CaCl<sub>2</sub>-Lösung gegeben. <br>
 
 
 
Der Tropfen wird durch Erwärmen etwas angetrocknet, dabei bilden sich am Tropfenrand, falls Sulfat in der Lösung vorhanden war, Gipskristalle (CaSO<sub>4 </sub>• 2H<sub>2</sub>O) die an ihren typischen Schwalbenschanz-Zwillingen gut zu erkennen sind<span style="text-decoration: underline;"> (</span>[[, siehe Figur 8|Bild )]].
 
 
 
'''''Proben mit Sulfat und Calcium'''''
 
 
 
Wenn die Probe außer SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> auch Ca<sup>2+</sup> enthält, können nach Zugabe eines Tropfen 2M Salzsäure (oder 2M Salpetersäure) beim Eintrocknen der Lösung unter dem Mikroskop ebenfalls typische Gipskristalle am Tropfenrand beobachtet werden. Diese haben aber, je nach verwendeter Säure, eine etwas andere Form als die Gipskristalle im mit Calciumchlorid versetzten Tropfen.&nbsp;
 
 
 
Aus dem Vergleich der Gipsmengen in den Tropfen mit oder ohne Zugabe von CaCl<sub>2</sub>-Lösung, lässt sich abschätzen ob mehr, weniger oder etwa gleichviel Sulfat wie Calcium vorhanden ist. Diese Abschätzung sollte anhand von bekannten Salzmischungen geübt werden.
 
 
 
<br>
 
 
 
'''SO<sub>4</sub>-Test mit Silbernitratlösung''' <br>
 
 
 
Der zu untersuchende Tropfen wird mit einem Tropfen Salpetersäure angesäuert und anschließend mit einem Tropfen Silbernitrat-Lösung versetzt.
 
 
 
Wenn Sulfat vorhanden ist bilden sich typische Silbersulfatkristalle.
 
 
 
<br>
 
 
 
'''SO<sub>4</sub>-Test mit Bariumchloridlösung'''
 
 
 
Zum mit 2M Salzsäure angesäuerten Probentropfen wird ein Tropfen BaCl<sub>2</sub>-Lösung gegeben.
 
 
 
Bei Anwesenheit von Sulfat fällt weißes, sehr feinkristallines BaSO<sub>4</sub> aus.
 
 
 
<br>
 
 
 
==== Karbonat (CO<sub>3</sub><sup>2-</sup>)  ====
 
 
 
'''Löslichkeit und pH-Wert von Karbonatsalzen'''
 
 
 
Ca- und Mg-Karbonate sind in Wasser schlecht- bis unlöslich.
 
 
 
Die Lösungen von Magnesiumkarbonathydraten ([[Lansfordit]]=MgCO<sub>3</sub>.5H<sub>2</sub>O, [[Nesquehonit]]=MgCO<sub>3</sub>.3H<sub>2</sub>O) sind alkalisch, mit einem pH von ca. 10.
 
 
 
'''Karbonat-Test mit Mineralsäuren'''
 
 
 
Wenn der Lösungstropfen mit verdünnter Salz- oder Salpetersäure versetzt wird, zersetzt sich das Karbonat mit der Säure zu CO<sub>2</sub> und H<sub>2</sub>O, was an der Blasenbildung erkennbar ist.
 
 
 
Wenn ein Karbonatsalzkorn mit verdünnter Salz- oder Salpetersäure versetzt wird, wird das Karbonat ebenfalls unter heftigem Aufbrausen zersetzt. Ausnahmen hiervon sind [[Dolomit]] (CaMg(CO<sub>3</sub>)<sub>2</sub>) und [[Magnesit]] (MgCO<sub>3</sub>), welche sich erst in stärker konzentrieten, respektive warmen Säuren unter Blasenbildung allmählich lösen.
 
 
 
'''Karbonat-Test mit Calciumchlorid-Lösung''' <br> Wenn die Probenlösung mit CaCl<sub>2</sub>-Lösung versetzt wird, fällt, wenn CO<sub>3</sub><sup>2-</sup> in der Lösung war, sofort sehr feinkristalliner Calcit (CaCO<sub>3</sub>) aus, der einen weißen Schleier bildet und sich nach Zugabe von 2M Salzsäure unter Blasenbildung rasch wieder löst.
 
  
'''Karbonat-Test mit Silbernitrat-Lösung'''
+
Wo nichts anderes gesagt wird, werden für die Tests einige Salzkörner aus der Probe zuerst mit wenigen Tropfen deionisiertem Wasser auf einem Objektträger mit Vertiefung in Lösung gebracht. Beim Lösen sollte die Probe unter dem Mikroskop beobachtet werden. So kann beobachtet werden, ob die Probe unlösliche Bestandteile enthält und manchmal lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Lösungsgeschwindigkeit schließen, dass mehrere Salze vorhanden sind.
  
Wird ein nicht angesäuerter Probetropfen mit AgNO<sub>3</sub>-Lösung versetzt, entsteht mit dem Karbonat eine weiße Ausfällung von Silberkarbonat.  
+
Wenn unlösliche Rückstände zu sehen sind, werden diese abfiltriert, indem die Lösung durch eine Pasteurpipette, die vorne mit einem kleinen Wattebausch verstopft wurde, hochgezogen wird. Die Watte mit den unlöslichen Rückständen wird verworfen, das Filtrat  auf einen frischen Objektträger mit Vertiefung überführt und  für die mikrochemischen Versuche verwendet.
  
==== Hydrogenkarbonat (HCO<sub>3</sub><sup>-</sup>) ====
+
Ein Teil der Probe sollte immer für Versuche an der Festsubstanz (Nachweise auf Ammonium, Karbonat und Hydrogenkarbonat) zurückbehalten werden.
  
'''Vorbemerkung zur mikrochemischen Unterscheidung von Karbonat und Hydrogenkarbonat'''
+
==== Nachweis der einzelnen Ionen ====
  
Die mikrochemische Unterscheidung von Karbonat und Hydrogenkarbonat ist in der Praxis schwierig. Deshlab muss in der Regel entweder auf die Resultate der mikroskopischen Untersuchung oder eine andere Analysenmethode zurückgegriffen werden.
+
Die mikrochemischen Nachweise für folgende Ionen sind näher beschrieben:
  
'''pH-Wert von Hydrogenkarbonatsalzen'''
+
*[[Mikrochemischer Nachweis pH-Wert |pH-Wert]]
  
Der pH der wässerigen Probenlösung von Alkalihydrogenkarbonaten liegt bei ungefähr 8.
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Natrium- und Kalium |Natrium- und Kalium]] (Na<sup>+</sup>, K<sup>+</sup>) 
 
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Ammonium|Ammonium]] (NH<sub>4</sub><sup>+</sup>)
Bei Alkalikarbonat- und -Hydrogenkarbonat-Mischsalzen (z.B. [[Trona]] = Na<sub>3</sub>H(CO<sub>3</sub>)<sub>2</sub>.2H<sub>2</sub>O) liegt der pH bei etwa 10.
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Calcium|Calcium]] (Ca<sup>2+</sup>) 
 
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Magnesium|Magnesium]] (Mg<sup>2+</sup>) 
'''Hydrogenkarbonat-Test mit Mmineralsäuren '''
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Chlorid|Chlorid]] (Cl<sup>-</sup>) 
 
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Nitrat|Nitrat]] (NO<sub>3</sub><sup>-</sup>)
Werden Hydrogenkarbonatsalze oder ihre wässrigen Lösungen mit verdünnter Salz- oder Salpetersäure versetzt, so wird CO<sub>2</sub> frei, was eine Blasenbildung zur Folge hat.
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Sulfat|Sulfat]] (SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>)
 
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Karbonat|Karbonat]] (CO<sub>3</sub><sup>2-</sup>
'''Hydrogenkarbonat-Test mit Calciumchlorid-Lösung'''
+
* [[Mikrochemischer Nachweis Hydrogenkarbonat|Hydrogenkarbonat]] (HCO<sub>3</sub><sup>-</sup>)
 
 
Sind nur Hydrogenkarbonate und keine Karbonate im Lösungstropfen vorhanden, so ergibt sich bei der Zugabe von CaCl<sub>2</sub>-Lösung keine Ausfällung.
 
  
 
=== Mikrochemischer Analysegang  ===
 
=== Mikrochemischer Analysegang  ===
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1. Es löst sich alles gut und mehr oder weniger rasch auf, zurück bleibt eine klare Lösung  
 
1. Es löst sich alles gut und mehr oder weniger rasch auf, zurück bleibt eine klare Lösung  
  
2. Es löst sich alles gut aber unmittelbar danach ergibt sich eine Ausfällung.  
+
2. Es löst sich alles gut aber unmittelbar danach ergibt sich eine Ausfällung. (siehe auch Interpretation / Mikrochemische Untersuchung von Salzgemischen)
  
 
3. Es löst sich nicht alles, weil die Probe nicht nur Salz, sondern auch Verunreinigungen enthält.  
 
3. Es löst sich nicht alles, weil die Probe nicht nur Salz, sondern auch Verunreinigungen enthält.  
  
Im Fall 1 können die mikrochemischen Versuche direkt an Teilen der entstandenen Lösung gemacht werden. In den Fällen 2 und 3 muss die Lösung vor den mikrochmischen Versuchen filtriert werden.  
+
Im Fall 1 können die mikrochemischen Versuche direkt an Teilen der entstandenen Lösung gemacht werden. In den Fällen 2 und 3 muss die Lösung vor den mikrochemischen Versuchen filtriert werden.  
  
 
'''Filtrieren'''  
 
'''Filtrieren'''  
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Eine Pasteurpipette wird mit einem Gummisauger bestückt und die Öffnung mit einem kleinen Wattebausch verstopft. Die Watte wird in die Probensuspension gehalten und die Lösung in die Pipette hochgezogen. Falls das erhaltene Filtrat noch trüb ist, wird das Filtrieren mit einer neuen Pasteurpipette-Watte-Filtereinheit wiederholt.  
 
Eine Pasteurpipette wird mit einem Gummisauger bestückt und die Öffnung mit einem kleinen Wattebausch verstopft. Die Watte wird in die Probensuspension gehalten und die Lösung in die Pipette hochgezogen. Falls das erhaltene Filtrat noch trüb ist, wird das Filtrieren mit einer neuen Pasteurpipette-Watte-Filtereinheit wiederholt.  
  
Der Aufwand lohnt sich, da in trüben Lösungen die Reaktionsprodukte der mikrochemsichen Untersuchung kaum auszumachen sind.  
+
Der Aufwand lohnt sich, da in trüben Lösungen die Reaktionsprodukte der mikrochemischen Untersuchung kaum auszumachen sind.  
  
 
'''pH-Bestimmung und mikrochemische Versuche'''  
 
'''pH-Bestimmung und mikrochemische Versuche'''  
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=== Mikrochemische Untersuchung von reinen Salzmineralien  ===
 
=== Mikrochemische Untersuchung von reinen Salzmineralien  ===
  
Dabei geht es in der Regel darum, den mikroskopischen Befund zu bestätigen oder zu ergänzen. So lassen sich zum Beispiel [[Arcanit]] (K<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>) und [[Aphthitalit]] (K<sub>3</sub>Na(SO<sub>4</sub>)<sub>2</sub>) nur dann mikroskopisch unterscheiden, wenn es gelingt, ein interpretierbares Achsenbild zu erzeugen, was nur mit einem entsprechend ausgerüsteten Mikroskop möglich ist, und auch dann nur, wenn die einzelnen Salzkörner groß genug sind, um die Erstellung eines Achsenbildes zuzulassen. Mikrochemisch lassen sich die beiden Salze jedoch sehr leicht unterscheiden.  
+
Bei der Analyse von reinen Salzen helfen die  mikrochemischen Analysen insbesondere die mikroskopischen Befunde zu bestätigen oder zu ergänzen. So lassen sich zum Beispiel [[Arcanit]] (K<sub>2</sub>SO<sub>4</sub>) und [[Aphthitalit]] (K<sub>3</sub>Na(SO<sub>4</sub>)<sub>2</sub>) nur dann mikroskopisch unterscheiden, wenn es gelingt, ein interpretierbares Achsenbild zu erzeugen, was nur mit einem entsprechend ausgerüsteten Mikroskop möglich ist, und auch dann nur, wenn die einzelnen Salzkörner groß genug sind, um die Erstellung eines Achsenbildes zuzulassen. Mikrochemisch lassen sich die beiden Salze jedoch leicht unterscheiden.  
  
 
=== Mikrochemische Untersuchung von Salzgemischen  ===
 
=== Mikrochemische Untersuchung von Salzgemischen  ===
  
Bereits während der Analyse gilt es, sich der möglichen chemischen Reaktionen bewusst zu sein. Verschiedene Salzphasen können dicht nebeneinander ausblühen. Wenn sie zusammen in Lösung gebracht werden, reagieren sie unter Umständen miteinander und andere Phasen fallen aus. Diese Reaktionen können entweder im Baumaterial selber <bib id="Arnold:1981" /> oder auch erst während des mikrochemischen Versuchs ablaufen. Da es oft nicht möglich ist, die reinen Salzphasen für die mikrochemische Analyse zu trennen, muss ein Salzgemisch in Lösung gebracht werden. Besonders zu beachten sind hierbei diejenigen Ausfällungsreaktionen, welche als Resultat wasserunlösliche Salze haben, da dabei bestimmte Ionen der Lösung teilweise oder ganz entzogen werden.  
+
Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein und dieselbe Ausblühung mehrere verschiedene Salzphasen enthält. Liegen solche Salzgemische vor, so gilt es bereits während der Analyse, sich der möglichen chemischen Reaktionen bewusst zu sein, die insbesondere beim Lösen der Probe in Wasser, ablaufen können. Unter Umständen reagieren die Salzionen miteinander und andere Phasen, als die ursprünglichen, fallen aus. Diese Reaktionen können entweder im Baumaterial selber <bib id=Arnold:1981 /> oder auch erst während des mikrochemischen Versuchs ablaufen. Da es oft nicht möglich ist, die reinen Salzphasen für die mikrochemische Analyse zu trennen, muss ein Salzgemisch in Lösung gebracht werden. Besonders zu beachten sind hierbei diejenigen Ausfällungsreaktionen, welche als Resultat wasserunlösliche Salze haben, da dabei bestimmte Ionen der Lösung teilweise oder ganz entzogen werden.
  
 
'''Beispiel'''  
 
'''Beispiel'''  
  
Die Probleme, die sich beim Analysieren solcher Gemische stellen, sollen im folgenden anhand des '''Gemisches''' von '''Calciumsulfat '''und '''Natriumkarbonat''' exemplarisch dargestellt werden.  
+
Die Probleme, die sich beim Analysieren solcher Gemische stellen, sollen im folgenden anhand '''Gemische''' von '''Calciumsulfat '''und '''Natriumkarbonat''' exemplarisch dargestellt werden.  
  
[[Gips]] (CaSO<sub>4</sub> • 2H<sub>2</sub>O) und [[Natron]] (Na<sub>2</sub>CO<sub>3</sub> • 10H<sub>2</sub>O) oder [[Thermonatrit]](Na<sub>2</sub>CO<sub>3</sub> • H<sub>2</sub>O) gehören zu den am häufigsten vorkommenden Salzgemischen. Wenn ein solches Gemisch in Lösung gebracht wird, so fällt augenblicklich Calcit (CaCO<sub>3</sub>) aus, was meistens an der Bildung eines weißen Schleiers oder einer Trübung erkannt werden kann. Durch Ansäuern des Tropfens wird der gebildete Calcit zersetzt und geht in Lösung, dann ist aber das Karbonat in Form von Wasser und CO<sub>2</sub> (Blasenbildung) verschwunden.  
+
[[Gips]] (CaSO<sub>4</sub> • 2H<sub>2</sub>O) und [[Natron]] (Na<sub>2</sub>CO<sub>3</sub> • 10H<sub>2</sub>O) oder [[Thermonatrit]](Na<sub>2</sub>CO<sub>3</sub> • H<sub>2</sub>O) gehören zu den am häufigsten vorkommenden Salzgemischen. Wenn ein solches Gemisch in Lösung gebracht wird, so fällt augenblicklich Calcit (CaCO<sub>3</sub>) aus, was meistens an der Bildung eines weißen Schleiers oder einer Trübung erkannt werden kann.Durch Ansäuern des Tropfens wird der gebildete Calcit zersetzt und geht in Lösung, aus dem angesäuerten Lösungstropfen ist dann das Karbonat in Form von CO<sub>2</sub> -Gas (Blasenbildung) verschwunden und nur das zugehörige Calcium bleibt zurück. Wird die klare Salzlösung ohne Ansäuerung des Lösungstropfens durch Filtration von der Ausfällung getrennt, so ist die um den als Calcit ausgefallenen Anteil der Salzionen abgereichert.  CO<sub>2</sub>
  
 
Je nachdem, wie das mengenmäßige Verhältnis von Gips zu Natriumkarbonat in der Probe war, fällt das Resultat der chemischen Analyse aus:  
 
Je nachdem, wie das mengenmäßige Verhältnis von Gips zu Natriumkarbonat in der Probe war, fällt das Resultat der chemischen Analyse aus:  
  
1) Bei stöchiometrisch genau gleichen Mengen von Gips und Natriumkarbonat (ein wohl seltenen bis nie vorkommender Fall) ist die Lösung neutral (pH = 7) und enthält Na<sup>+</sup> und SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>; in der angesäuerten Lösung werden Na<sup>+</sup>-, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>- und Ca<sup>2+</sup>-Ionen gefunden.  
+
1) Bei stöchiometrisch genau gleichen Mengen von Gips und Natriumkarbonat (ein wohl seltenen bis nie vorkommender Fall) ist die abfiltrierte Lösung neutral (pH = 7) und enthält Na<sup>+</sup> und SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>; in der angesäuerten Lösung werden Na<sup>+</sup>-, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>- und Ca<sup>2+</sup>-Ionen gefunden.  
  
2) Bei mehr Gips als Natriumkarbonat enthält die Lösung ebenfalls Na<sup>+</sup>, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> und Ca<sup>2+</sup> bei neutralem pH; in der angesäuerten Lösung wird etwas mehr Ca<sup>2+</sup> festgestellt als im neutralen Lösungstropfen.  
+
2) Bei mehr Gips als Natriumkarbonat enthält die Lösung ebenfalls Na<sup>+</sup>, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> und Ca<sup>2+</sup> bei neutralem pH; in der angesäuerten Lösung ist neben gleichen Mengen Na<sup>+</sup> udn SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> etwas mehr Ca<sup>2+</sup> enthalten als im filtrierten Lösungstropfen.  
  
3) Bei weniger Gips als Natriumkarbonat enthält die Lösung wiederum Na<sup>+</sup> und SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>, aber der pH ist, wegen des CO<sub>3</sub><sup>2-</sup> alkalisch und der angesäuerte Tropfen enthält Na<sup>+</sup>, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> und Ca<sup>2+</sup>.  
+
3) Bei weniger Gips als Natriumkarbonat enthält das Filtrat wiederum Na<sup>+</sup> und SO<sub>4</sub><sup>2-</sup>, aber der pH ist, wegen der gelösten CO<sub>3</sub><sup>2-</sup> Ionen alkalisch. Der angesäuerte Tropfen enthält dagegen Na<sup>+</sup>, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> und Ca<sup>2+</sup>.  
  
Es ist wichtig, sich dieser Reaktionen bewusst zu sein, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. In solchen Fällen ist die sorgfältige mineralogische Untersuchung sehr wichtig, da sie hilft, die effektiv ausblühenden Salze zu erkennen. Da die gleichen Reaktionen auch im Baustoff ablaufen können, falls die verschiedenen Salze zusammen in Lösung gehen, kann das auch bedeuten, dass am Objekt zu einem späteren Zeitpunkt andere Salzmineralien ausblühen werden, als dies bei der gegebenen Probennahme der Fall war.  
+
Es ist wichtig, sich dieser Reaktionen bewusst zu sein, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. In solchen Fällen hilft die sorgfältige mineralogische Untersuchung, die effektiv ausblühenden Salze zu erkennen. Da die gleichen Reaktionen auch im Baustoff ablaufen können, falls die verschiedenen Salze zusammen gelöst werden. Das kann auch bedeuten, dass am Objekt zu einem späteren Zeitpunkt andere Salzmineralien ausblühen werden, als dies bei einer früheren Probennahme der Fall war.
  
 
=== Mikrochemische Untersuchung von Wasserauszügen salzhaltiger Materialproben  ===
 
=== Mikrochemische Untersuchung von Wasserauszügen salzhaltiger Materialproben  ===
  
Wenn die Salzkristalle nicht von ihrem Substrat, d.h. dem Mörtel oder Stein getrennt werden können, so kann die mikrochemische Untersuchung an wässerigen Auszügen dieser Materialproben vorgenommen werden. Hier stehen keine optischen Analysen von Salzphasen zur Verfügung, da ja keine Salzkristalle separiert werden können. Das heißt, es werden einzig die mit Wasser aus der Probe extrahierbaren Ionen bestimmt.  
+
Wenn bei Mörtel- oder Steinpröbchen Salze vermutet werden, diese aber keine sichtbaren Salzausblühungen bilden, so kann die mikrochemische Untersuchung auch an konzentrierten wässerigen Auszügen dieser Materialproben vorgenommen werden. In diesen Fällen, wo keine Analysen von Salzphasen zur Verfügung stehen, werden einzig die mit Wasser aus der Probe extrahierbaren Ionen bestimmt.
  
Diese Ionen können in der Probe entweder in der Porenlösung gelöst oder als Salze im Porenraum nebeneinander auskristallisiert sein. Falls die Probe Mischungen von verschiedenen Salzen enthält, können zum Beispiel Calcitausfällungen nicht mehr erkannt werden, da sie in der Suspension nicht vom Stein- oder Mörtelpulver zu unterscheiden sind.  
+
Diese Ionen können in der Probe entweder in der Porenlösung gelöst oder als Salze im Porenraum nebeneinander auskristallisiert sein. Falls die Probe Mischungen von verschiedenen Salzen enthält, die miteinander ausfallen, können zum Beispiel Calcitausfällungen nicht erkannt werden, da sie in der Suspension nicht vom Stein- oder Mörtelpulver unterscheidbar sind.
  
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'''Beispiel'''  
 
'''Beispiel'''  
  
Die bei der Analyse solcher Proben auftretenden Schwierigkeiten sollen hier wiederum anhand einer natriumkarbonat- und gipshaltigen Probe geschildert werden.  
+
Die bei der Analyse solcher Proben auftretenden Schwierigkeiten sollen hier wiederum anhand von natriumkarbonat- und gipshaltigen Proben geschildert werden.  
  
Aus einer solchen Probe fällt beim Lösen in Wasser Calcit aus. Da fast jeder Mörtel und viele Bausteine Calcit enthalten, lässt sich aber in der Suspension das von den löslichen Salzen stammende Calciumkarbonat nicht vom Calciumkarbonat aus dem Baumaterial unterscheiden. Je nach dem mengenmässigen Verhältnis von Gips zu Natriumkarbonat fällt auch hier das Analyseresultat unterschiedlich aus:  
+
Aus einer solchen Probe fällt beim Lösen in Wasser Calcit aus. Da fast jeder Mörtel und viele Bausteine Calcit enthalten, lässt sich aber in der Suspension das von den löslichen Salzen stammende Calciumkarbonat nicht vom Calciumkarbonat aus dem Baumaterial unterscheiden. Je nach dem mengenmässigen Verhältnis von Gips zu Natriumkarbonat fällt das Analyseresultat wie folgt aus:  
  
 
1) Bei stöchiometrisch genau gleichen Mengen Gips und Natriumkarbonat, enthält die durch Filtrieren der Suspension gewonnene, klare Probenlösung Na<sup>+</sup>, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> und ihr pH-Wert ist neutral. Das bedeutet, dass nichts auf die ursprüngliche Anwesenheit von Gips und Natriumkarbonat hindeutet!  
 
1) Bei stöchiometrisch genau gleichen Mengen Gips und Natriumkarbonat, enthält die durch Filtrieren der Suspension gewonnene, klare Probenlösung Na<sup>+</sup>, SO<sub>4</sub><sup>2-</sup> und ihr pH-Wert ist neutral. Das bedeutet, dass nichts auf die ursprüngliche Anwesenheit von Gips und Natriumkarbonat hindeutet!  
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3) Bei weniger Gips als Natriumkarbonat enthält die Lösung Na<sup>+</sup> und SO<sub>4</sub><sup>2- </sup>und der pH ist alkalisch. Das heißt, es gibt kein Anzeichen auf die ursprüngliche Anwesenheit von Gips.  
 
3) Bei weniger Gips als Natriumkarbonat enthält die Lösung Na<sup>+</sup> und SO<sub>4</sub><sup>2- </sup>und der pH ist alkalisch. Das heißt, es gibt kein Anzeichen auf die ursprüngliche Anwesenheit von Gips.  
  
Die hier geschilderten Probleme treten auch beim Erstellen und bei der Interpretation von Analysen von Wasserauszügen aus Bohrkernen und anderen salzhaltigen Materialproben auf, so dass auch dort die Resultate verfälscht werden können.  
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Die hier geschilderten Probleme treten auch beim Erstellen und bei der Interpretation von Analysen von Wasserauszügen aus Bohrkernen und anderen salzhaltigen Materialproben auf, so dass auch dort die Resultate verfälscht werden können.
  
 
== Weblinks  ==
 
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== Literatur  ==
 
== Literatur  ==
  
<bibprint />  
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'''Gy, Pierre (1996)''': L’échantillonnage des lots de matière en vue de leur analyse. Masson, Paris, Mailand, Barcelona; Gy, Pierre 1998. Sampling for analytical purposes. Wiley & Sons Ltd. West Sussex
  
[[Category:Mikrochemie]] [[Category:CBlaeuer]] [[Category:R-MSteiger]] [[Category:R-CBlaeuer]] [[Category:Review]]
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[[Category:Mikrochemie]] [[Category:Bläuer,Christine]] [[Category:R-MSteiger]] [[Category:R-CBlaeuer]] [[Category:geprüft]]

Aktuelle Version vom 28. Februar 2012, 15:58 Uhr

Autorin:Christine Bläuer


zurück zu Verfahren zur Salzanalyse

Zusammenfassung

Die mikrochemische Salzanalyse besteht im qualitativen Nachweis einzelner Salzionen, in mehr oder weniger konzentrierter wässriger Lösung.

Untersuchungsablauf

Jede Untersuchung beginnt mit der Probenahme. Am einfachsten sind reine Salzausblühungsproben

Salzflaum auf Fuge in Backsteinmauerwerk

oder reine Krustenproben

Epsomitkruste auf Gipsstuck

zu analysieren. Deshalb sollte schon bei der Probenahme darauf geachtet werden, dass die Proben möglichst keine Verunreinigungen enthalten.

Die Salzproben müssen in luftdichten Gefäßen transportiert und aufbewahrt werden.

Geeignet sind: gut verschließbare, kleine Plastikbeutel; Glasröhrchen mit Stopfen; u.s.w.

Nicht geeignet sind: Gelatinekapseln.

Die Proben sollen so rasch wie möglich untersucht werden. Wenn die Analyse nicht sofort erfolgen kann, sollten die Proben im Kühlschrank aufbewahrt werden

Arten von Salzproben

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Salzproben, die mit den hier vorgestellten Methoden mikrochemisch untersucht werden können:

  • reine Salzphasen (Salzmineralien)
  • Salzgemische - wenn eine Trennung der verschiedenen Salzphasen nicht möglich ist
  • Wasserauszüge aus salzhaltigen Materialproben

Die Testmethoden sind, mit geringen Abweichungen, für alle drei Fälle die gleichen, die Aussagekraft der Resultate variiert jedoch. Bei den vorgeschlagenen Methoden werden Ionen in wässeriger Lösung nachgewiesen. Voraussetzung für den Nachweis ist also, dass die Ionen überhaupt in Lösung gebracht werden können. Bereits bei diesem Vorgang können chemische Reaktionen ablaufen, die die Resultate der Untersuchung verfälschen.


Benötigte Ausrüstung und Chemikalien

Durch- oder Auflichtmikroskop mit einer Vergrösserung von ca. 100-fach. Die bei den mikrochemischen Versuchen frei werdenden Dämpfe können Teile des Mikroskops korrodieren. Insbesondere die Objektive können davor etwas geschützt werden, indem alle metallenen Teile mit Vaseline oder Schlifffett eingestrichen werden. Dieses Schutzfett muss regelmässig erneuert werden. Die mikrochemischen Reaktionsprodukte sollten auf keinen Fall unter einem teuren Polarisationsmikroskop beobachtet werden.

weiter braucht es:

  • Spritzflasche mit demineralisiertem Wasser
  • 2 Abfallgefäße für Abspülwasser während der Analyse - eines für ungiftige und eines für giftige Abfälle (Details dazu siehe bei den einzelnen Versuchen). Gut geeignet sind breite 0.5 Liter Bechergläser aus Plastik.
  • Pasteurpipetten aus Glas mit Gummisaugern
  • Objektträger mit und ohne Vertiefung
  • Tüpfelplatte
  • Watte
  • dünne Glasstäbe
  • Mikropipetten
  • Spatel und/oder Skalpell
  • kleine Heizplatte oder ein Spiritusbrenner zum Eindampfen der Probetropfen
  • Kosmetik-Tücher
  • pH-Papier (pH-Bereich 1-14)

Die benötigten Reagenzien und Vergleichschemikalien werden in den folgenden Tabellen zusammengestellt. Alle verwendeten Chemikalien müssen chemisch rein sein, am besten p.A. Reinheit.


Tabelle 1: Reagenzlösungen
Lösung Chem. Formel / Konzentration Verwendung / Nachweis
Demineralisiertes Wasser H2Odemin. Lösen der Salze
verdünnte Salzsäure 2M HCl Ansäuern/Gipsbestimmung
verdünnte Salpetersäure 2M HNO3 Na, ; Ansäuern, Gispbestimmung
konzentrierte Schwefelsäure konz. H2SO4 Na, K
verdünnte Schwefelsäure 1M H2SO4 Ca
konzentrierte Ammoniak-Lösung NH3 aq. Mg
Verdünnte Ammoniak-Lösung 2M NH4OH Mg
Natronlauge 2M NaOH Mg
Silbernitrat-Lösung 1% wässrige Lösung von AgNO3 Cl
Calciumchlorid-Lösung 1% wässrige Lösung von CaCl2 SO4
Diammoniumhydrogenphosphat-Lösung 10% wässrige Lösung von (NH4)2HPO4 Mg
Dinatriumhydrogenphosphat-Lösung 10% wässrige Lösung von Na2HPO4 Mg
Titangelb-Lösung 10 mg Thiazolgelb<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Thiazolgelb</ref> gelöst in 10 ml dest. Wasser Mg
Bariumchlorid-Lösung BaCl2, 0.5M wässrige Lösung


Tabelle 2: Reagenzien-Feststoffe
Stoff Chem. Formel Verwendung/Nachweis
Wismutnitrat Bi(NO3)3 Na, K
Cäsiumchlorid<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Caesiumchlorid</ref> CsCl krist. Mg
Diphenylamin<ref>http://de.wikipedia.org/wiki/Diphenylamin</ref> (C6H5)2NH krist. NO3


Tabelle 3: Nützliche Vergleichschemikalien
Vergleichssalz Chem. Formel Verwendung/ Nachweis
Natriumnitrat p.A. NaNO3 Na, NO3
Kaliumnitrat KNO3 K, NO3
Gips CaSO4 • 2H2O Ca, SO4
Kochsalz, Halit NaCl Na, Cl
Magnesiumnitrat Mg(NO3)2 • 6 H2O Mg, NO3
Magnesiumsulfat
MgSO4 • 7H2O Mg, SO4
Natriumhydrogencarbonat NaHCO3 Na, HCO3, leicht alkalisch
Natriumcarbonat Na2CO3 Na, CO3, stark alkalisch
Ammoniumnitrat NH4NO3 NH4, NO3, ganz leicht sauer


Mikrochemische Nachweise

Generelles

Beim Arbeiten mit Chemikalien sind die Sicherheitsvorkehrungen zu beachten, insbesondere sollte auf das Rauchen, Essen und Trinken während der Arbeit verzichtet werden und es empfiehlt sich Schutzkleidung und -brille zu tragen. Bei vielen mikrochemischen Versuchen werden Dämpfe frei, deshalb sollte unter einem geeigneten Abzug gearbeitet werden. Zu Beginn der Pausen sind die Hände zu waschen und während der Pausen ist die Schutzkleidung auszuziehen.

  • Jeder der hier aufgeführten Tests wird an einem separaten Teiltropfen der Lösung oder an einem Salzkorn ausgeführt.
  • Die verwendeten Pipetten, Glasstäbe, Objektträger, Skalpell u.s.w. müssen nach jedem Versuch und vor jedem Eintauchen in eine Reagenzlösung gründlich gespült respektive gereinigt werden. Im Zweifelsfall sind die Gegenstände zu ersetzten.

Wichtige generelle Hinweise zur mikrochemischen Analyse finden sich in [Chamot.etal:1946]Titel: Handbook of chemical microscopy - Chemical methods and inorganic qualitative analysis. Vol. II
Autor / Verfasser: Chamot, Emil Monnin; Mason, Clyde Walter
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Testmethoden

Probenvorbereitung und generelle Hinweise

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Film: Lösen einer Probe auf einem Objektträger und Spühlen des verwendeten Glasstabs

Wo nichts anderes gesagt wird, werden für die Tests einige Salzkörner aus der Probe zuerst mit wenigen Tropfen deionisiertem Wasser auf einem Objektträger mit Vertiefung in Lösung gebracht. Beim Lösen sollte die Probe unter dem Mikroskop beobachtet werden. So kann beobachtet werden, ob die Probe unlösliche Bestandteile enthält und manchmal lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Lösungsgeschwindigkeit schließen, dass mehrere Salze vorhanden sind.

Wenn unlösliche Rückstände zu sehen sind, werden diese abfiltriert, indem die Lösung durch eine Pasteurpipette, die vorne mit einem kleinen Wattebausch verstopft wurde, hochgezogen wird. Die Watte mit den unlöslichen Rückständen wird verworfen, das Filtrat auf einen frischen Objektträger mit Vertiefung überführt und für die mikrochemischen Versuche verwendet.

Ein Teil der Probe sollte immer für Versuche an der Festsubstanz (Nachweise auf Ammonium, Karbonat und Hydrogenkarbonat) zurückbehalten werden.

Nachweis der einzelnen Ionen

Die mikrochemischen Nachweise für folgende Ionen sind näher beschrieben:

Mikrochemischer Analysegang

Lösen der Probe

Einige Körnchen der Salzprobe werden auf einen Objektträger mit Vertiefung gelegt. Es werden ein bis zwei Tropfen demineralisiertes Wasser dazu gegeben. Das Lösungsverhalten wird unter dem Mikroskop beobachtet. Dabei ergeben sich drei grundsätzliche Möglichkeiten

1. Es löst sich alles gut und mehr oder weniger rasch auf, zurück bleibt eine klare Lösung

2. Es löst sich alles gut aber unmittelbar danach ergibt sich eine Ausfällung. (siehe auch Interpretation / Mikrochemische Untersuchung von Salzgemischen)

3. Es löst sich nicht alles, weil die Probe nicht nur Salz, sondern auch Verunreinigungen enthält.

Im Fall 1 können die mikrochemischen Versuche direkt an Teilen der entstandenen Lösung gemacht werden. In den Fällen 2 und 3 muss die Lösung vor den mikrochemischen Versuchen filtriert werden.

Filtrieren

Eine Pasteurpipette wird mit einem Gummisauger bestückt und die Öffnung mit einem kleinen Wattebausch verstopft. Die Watte wird in die Probensuspension gehalten und die Lösung in die Pipette hochgezogen. Falls das erhaltene Filtrat noch trüb ist, wird das Filtrieren mit einer neuen Pasteurpipette-Watte-Filtereinheit wiederholt.

Der Aufwand lohnt sich, da in trüben Lösungen die Reaktionsprodukte der mikrochemischen Untersuchung kaum auszumachen sind.

pH-Bestimmung und mikrochemische Versuche

Pro Versuch wird ein Teiltropfen aus der Probenlösung separiert, indem ein sauberer Glasstab kurz in die Probenlösung getaucht und danach auf den ebenfalls sauberen Objetträger getüpfelt wird.

Für die pH-Wert-Bestimmung wird ein solcher Teiltropfen auf das pH-Papier aufgetragen.

Die Versuche werden gemäß den zu den einzelnen Ionen gegebenen Anleitungen durchgeführt. Am besten ist es jeden Versuch auf einem neuen, respektive frisch gewaschenen Objektträger durchzuführen, dadurch kann die Kontamination durch aufsteigende Dämpfe vom Nachbartropfen vermieden werden.

Interpretation der Ergebnisse

Mikrochemische Untersuchung von reinen Salzmineralien

Bei der Analyse von reinen Salzen helfen die mikrochemischen Analysen insbesondere die mikroskopischen Befunde zu bestätigen oder zu ergänzen. So lassen sich zum Beispiel Arcanit (K2SO4) und Aphthitalit (K3Na(SO4)2) nur dann mikroskopisch unterscheiden, wenn es gelingt, ein interpretierbares Achsenbild zu erzeugen, was nur mit einem entsprechend ausgerüsteten Mikroskop möglich ist, und auch dann nur, wenn die einzelnen Salzkörner groß genug sind, um die Erstellung eines Achsenbildes zuzulassen. Mikrochemisch lassen sich die beiden Salze jedoch leicht unterscheiden.

Mikrochemische Untersuchung von Salzgemischen

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein und dieselbe Ausblühung mehrere verschiedene Salzphasen enthält. Liegen solche Salzgemische vor, so gilt es bereits während der Analyse, sich der möglichen chemischen Reaktionen bewusst zu sein, die insbesondere beim Lösen der Probe in Wasser, ablaufen können. Unter Umständen reagieren die Salzionen miteinander und andere Phasen, als die ursprünglichen, fallen aus. Diese Reaktionen können entweder im Baumaterial selber [Arnold:1981]Titel: Salzmineralien in Mauerwerken
Autor / Verfasser: Arnold, Andreas
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oder auch erst während des mikrochemischen Versuchs ablaufen. Da es oft nicht möglich ist, die reinen Salzphasen für die mikrochemische Analyse zu trennen, muss ein Salzgemisch in Lösung gebracht werden. Besonders zu beachten sind hierbei diejenigen Ausfällungsreaktionen, welche als Resultat wasserunlösliche Salze haben, da dabei bestimmte Ionen der Lösung teilweise oder ganz entzogen werden.

Beispiel

Die Probleme, die sich beim Analysieren solcher Gemische stellen, sollen im folgenden anhand Gemische von Calciumsulfat und Natriumkarbonat exemplarisch dargestellt werden.

Gips (CaSO4 • 2H2O) und Natron (Na2CO3 • 10H2O) oder Thermonatrit(Na2CO3 • H2O) gehören zu den am häufigsten vorkommenden Salzgemischen. Wenn ein solches Gemisch in Lösung gebracht wird, so fällt augenblicklich Calcit (CaCO3) aus, was meistens an der Bildung eines weißen Schleiers oder einer Trübung erkannt werden kann.Durch Ansäuern des Tropfens wird der gebildete Calcit zersetzt und geht in Lösung, aus dem angesäuerten Lösungstropfen ist dann das Karbonat in Form von CO2 -Gas (Blasenbildung) verschwunden und nur das zugehörige Calcium bleibt zurück. Wird die klare Salzlösung ohne Ansäuerung des Lösungstropfens durch Filtration von der Ausfällung getrennt, so ist die um den als Calcit ausgefallenen Anteil der Salzionen abgereichert. CO2

Je nachdem, wie das mengenmäßige Verhältnis von Gips zu Natriumkarbonat in der Probe war, fällt das Resultat der chemischen Analyse aus:

1) Bei stöchiometrisch genau gleichen Mengen von Gips und Natriumkarbonat (ein wohl seltenen bis nie vorkommender Fall) ist die abfiltrierte Lösung neutral (pH = 7) und enthält Na+ und SO42-; in der angesäuerten Lösung werden Na+-, SO42-- und Ca2+-Ionen gefunden.

2) Bei mehr Gips als Natriumkarbonat enthält die Lösung ebenfalls Na+, SO42- und Ca2+ bei neutralem pH; in der angesäuerten Lösung ist neben gleichen Mengen Na+ udn SO42- etwas mehr Ca2+ enthalten als im filtrierten Lösungstropfen.

3) Bei weniger Gips als Natriumkarbonat enthält das Filtrat wiederum Na+ und SO42-, aber der pH ist, wegen der gelösten CO32- Ionen alkalisch. Der angesäuerte Tropfen enthält dagegen Na+, SO42- und Ca2+.

Es ist wichtig, sich dieser Reaktionen bewusst zu sein, um Fehlinterpretationen zu vermeiden. In solchen Fällen hilft die sorgfältige mineralogische Untersuchung, die effektiv ausblühenden Salze zu erkennen. Da die gleichen Reaktionen auch im Baustoff ablaufen können, falls die verschiedenen Salze zusammen gelöst werden. Das kann auch bedeuten, dass am Objekt zu einem späteren Zeitpunkt andere Salzmineralien ausblühen werden, als dies bei einer früheren Probennahme der Fall war.

Mikrochemische Untersuchung von Wasserauszügen salzhaltiger Materialproben

Wenn bei Mörtel- oder Steinpröbchen Salze vermutet werden, diese aber keine sichtbaren Salzausblühungen bilden, so kann die mikrochemische Untersuchung auch an konzentrierten wässerigen Auszügen dieser Materialproben vorgenommen werden. In diesen Fällen, wo keine Analysen von Salzphasen zur Verfügung stehen, werden einzig die mit Wasser aus der Probe extrahierbaren Ionen bestimmt.

Diese Ionen können in der Probe entweder in der Porenlösung gelöst oder als Salze im Porenraum nebeneinander auskristallisiert sein. Falls die Probe Mischungen von verschiedenen Salzen enthält, die miteinander ausfallen, können zum Beispiel Calcitausfällungen nicht erkannt werden, da sie in der Suspension nicht vom Stein- oder Mörtelpulver unterscheidbar sind.


Beispiel

Die bei der Analyse solcher Proben auftretenden Schwierigkeiten sollen hier wiederum anhand von natriumkarbonat- und gipshaltigen Proben geschildert werden.

Aus einer solchen Probe fällt beim Lösen in Wasser Calcit aus. Da fast jeder Mörtel und viele Bausteine Calcit enthalten, lässt sich aber in der Suspension das von den löslichen Salzen stammende Calciumkarbonat nicht vom Calciumkarbonat aus dem Baumaterial unterscheiden. Je nach dem mengenmässigen Verhältnis von Gips zu Natriumkarbonat fällt das Analyseresultat wie folgt aus:

1) Bei stöchiometrisch genau gleichen Mengen Gips und Natriumkarbonat, enthält die durch Filtrieren der Suspension gewonnene, klare Probenlösung Na+, SO42- und ihr pH-Wert ist neutral. Das bedeutet, dass nichts auf die ursprüngliche Anwesenheit von Gips und Natriumkarbonat hindeutet!

2) Bei mehr Gips als Natriumkarbonat, enthält das Filtrat ebenfalls Na+ und SO42- und weiter noch Ca2+; der pH ist ebenfalls neutral. Hier deutet nichts auf das ursprüngliche Vorhandensein von Natriumkarbonat hin.

3) Bei weniger Gips als Natriumkarbonat enthält die Lösung Na+ und SO42- und der pH ist alkalisch. Das heißt, es gibt kein Anzeichen auf die ursprüngliche Anwesenheit von Gips.

Die hier geschilderten Probleme treten auch beim Erstellen und bei der Interpretation von Analysen von Wasserauszügen aus Bohrkernen und anderen salzhaltigen Materialproben auf, so dass auch dort die Resultate verfälscht werden können.

Weblinks

<references />


Literatur

[Arnold:1981]Arnold, Andreas (1981): Salzmineralien in Mauerwerken. Schweizer Mineralogische und Petrographische Mitteilungen, 61 (1), 147-166Link zu Google Scholar
[Chamot.etal:1946] Chamot, Emil Monnin; Mason, Clyde Walter (1946): Handbook of chemical microscopy - Chemical methods and inorganic qualitative analysis. Vol. II, John Wiley & Sons Inc. Republ. 2nd ed. 1989 McCrone Inst., ChicagoLink zu Google Scholar


Gy, Pierre (1996): L’échantillonnage des lots de matière en vue de leur analyse. Masson, Paris, Mailand, Barcelona; Gy, Pierre 1998. Sampling for analytical purposes. Wiley & Sons Ltd. West Sussex